Mitteilung zu Jod-​​Tabletten

Kernkraftwerk Beznau

Kern­kraft­werk Beznau

Letzte Woche erhielt ich – nach einer vor­he­ri­gen Ankün­di­gung – eine Packung Jod­ta­blet­ten. Diese sol­len die Anwoh­ner im 50 km-​​Umkreis der Schwei­zer Kern­kraft­werke vor den Gefah­ren von radio­ak­ti­vem Jod schüt­zen. Dazu kam ein wei­te­rer Brief mit ergän­zen­den Infor­ma­tio­nen, den ich hier gern wie­der­ge­ben möchte.

An die Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner
im 50-​​km-​​Umkreis
der Schwei­zer Kern­kraft­werke
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Bern, im Novem­ber 2014

WICHTIGE ERGÄNZENDE INFORMATIONEN ZUR JODTABLETTEN-​​VERTEILUNG
Neh­men Sie sich zwei Minu­ten Zeit für diese wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen

Sehr geehrte Damen und Her­ren

Sie haben kürz­lich Jod­ta­blet­ten in Ihren Brief­kas­ten bekom­men oder wer­den diese in den nächs­ten Tagen noch erhal­ten. In der Öffent­lich­keit wurde die Ver­tei­lung kon­tro­vers dis­ku­tiert, was zu Miss­ver­ständ­nis­sen und Unklar­hei­ten führte. Wir haben fest­ge­stellt, dass wir unge­nü­gend über die Ver­tei­lung infor­miert haben. Mit die­sem Brief möch­ten wir einige wich­tige Infor­ma­tio­nen ergänzen:

  • Sie erhal­ten Jod­ta­blet­ten, weil wir einen Unfall in einem Schwei­zer Kern­kraft­werk lei­der nicht aus­schlies­sen können
  • Jod­ta­blet­ten schüt­zen Sie nicht voll­um­fäng­lich vor den Fol­gen eines Kernkraftwerk-​​Unfalls, son­dern nur vor­über­ge­hend gegen dabei frei­ge­setz­tes radio­ak­ti­ves Jod. Es kön­nen aber wei­tere radio­ak­tive Stoffe wie Cäsium oder Stron­tium frei­ge­setzt wer­den, die Krebs und Leuk­ämie ver­ur­sa­chen kön­nen. Die Ein­nahme von Jod­ta­blet­ten schützt Sie nicht gegen diese Sub­stan­zen und ihre Folgen.
  • Nach einem Unfall kön­nen Lebens­mit­tel und Trink­was­ser stark radio­ak­tiv ver­seucht wer­den, auch in sehr gros­ser Ent­fer­nung vom Unfall­re­ak­tor. Wie damit umge­gan­gen wer­den soll, ist unklar.
  • Jod­ta­blet­ten sind am wirk­sams­ten, wenn sie kurz vor dem Durch­gang einer radio­ak­ti­ven Wolke ein­ge­nom­men wer­den. Wir kön­nen aber nicht garan­tie­ren, dass die Auf­for­de­rung, die Tablet­ten ein­zu­neh­men, recht­zei­tig erfolgt.
  • Bei einem Kernkraftwerk-​​Unfall wird mög­li­cher­weise zusätz­lich zur Ein­nahme von Jod­ta­blet­ten eine Eva­ku­ie­rung ange­ord­net. Wie eine gross­räu­mige Eva­ku­ie­rung kon­kret abliefe und wo die Eva­ku­ier­ten unter­ge­bracht wür­den, ist unklar.
  • Je nach Wind­rich­tung und -stärke kann sich die radio­ak­tive Wolke bei einem Kernkraftwerk-​​Unfall über hun­dert Kilo­me­ter aus­brei­ten. Der Bund ver­teilt Jod­ta­blet­ten aber nur an Haus­halte, Betriebe und öffent­li­che Ein­rich­tun­gen in einem 50-​​km-​​Radius und nur auf Schwei­zer Boden.

Wir möchten beto­nen, dass die Still­le­gung der fünf Schwei­zer Kern­kraft­werke einen wirk­sa­me­ren Schutz gegen nukleare Risi­ken dar­stel­len würde als Jod­ta­blet­ten. Bis­her hat es das Schwei­zer Par­la­ment jedoch abge­lehnt, die Betriebs­dauer der Kern­kraft­werke zu begren­zen.

Freund­li­che Grüsse
Ihre Geschäfts­stelle Kaliumiodid-​​Versorgung
Zustän­dig für die Jodtabletten-​​Verteilung

Es stellte sich nun her­aus, dass die­ser Brief nicht von der Geschäfts­stelle Kaliumiodid-​​Versorgung stammt, son­dern von Green­peace Schweiz. Mit ihrer Kam­pa­gne Jod­ver­tei­lung machen sie auf die Gefah­ren die­ser Ener­gie­form aufmerksam.

Ich kann die For­de­rung nach Abschal­tung der Kern­kraft­werke nur unter­stüt­zen. Es gibt, abge­se­hen von den Jod­ta­blet­ten, kein wirk­li­ches Kon­zept für eine Reak­tor­ka­ta­stro­phe. In der dicht­be­sie­del­ten Schweiz und auch in den Nach­bar­län­dern würde ein Reak­tor­un­fall Mil­lio­nen von Men­schen betref­fen. Die Schweiz hat nach Fukus­hima zwar einen lang­sa­men Aus­stieg aus der Kern­en­er­gie beschlos­sen, aber das bedeu­tet noch viele Jahre Rest­lauf­zeit für sehr alte Reak­to­ren (siehe Stu­die zu Schwei­zer Kern­kraft­wer­ken).

En garde!

Zum ers­ten Mal ste­hen wir uns gegen­über, jeder mit einem Degen in der Hand und dem fes­ten Wil­len, den ande­ren zu tref­fen. Ver­ges­sen sind die Manö­ver, die wir gelernt haben, Krei­sel­be­we­gung, Para­den zur Seite, wir fuch­teln wild drauf­los und presch­ten vor, Anfän­ger halt. Es ist warm unter der dicken Fecht­ja­cke und dem Kopf­schutz, noch nie habe ich so geschwitzt bei die­sem Sport. Die ers­ten bei­den Trai­nings waren noch rela­tiv ent­spannt gewe­sen, ein biss­chen Bad­min­ton zum Auf­wär­men, Ein­füh­rung in Aus­rüs­tung und Fecht­waf­fen (Degen, Flo­rett, Säbel), Bein­ar­beit – Schritt vor, Schritt zurück, Kreuz­schritt, Aus­fall­schritt –, ein paar Fecht­be­we­gun­gen, zu zweit lange trai­nie­ren. Zuerst sehr lang­sam, Angriff, Parade, Gegen­stoß. Und selbst dann ist es gar nicht so ein­fach, vor allem, wenn man den Arm tref­fen möchte. Der Kör­per ist noch ein rela­tiv gro­ßes Ziel, aber den Arm erwischt man nicht so leicht, ein moving tar­get im wahrs­ten Sinne. Aber der Arm ist so schön weit vorn, da kommt man viel leich­ter ran und 70% der Angriffe gehen darauf.

Seit Ende Okto­ber trai­niere ich Fech­ten beim Fecht­club Zürich Nord. Acht Lek­tio­nen dau­ert die Ein­füh­rung, danach kann man sich ent­schei­den, ob man in den Club ein­tre­ten möchte.

Es sind feine Bewe­gun­gen, die wuch­ti­gen Para­den macht man sicher nur als Anfän­ger. Und dann sind es kleine Dinge, die den Aus­schlag geben, ein Knie ragt zu weit vor, der Arm ist offen, der Angriff ent­blößt die andere Seite, blitz­schnell geht das. Wie mir einer der Alt­ein­ge­ses­se­nen mit­teilte, braucht man Kon­di­tion, Tech­nik und tak­ti­sches Ver­ständ­nis. Nur rum­fuch­teln bringt nichts, man braucht ein Ziel, Fin­ten und starke Handgelenke.

ASVZ-​​Lauftraining

Jeden Mon­tag trai­nie­ren die Lauf­in­ter­es­sier­ten der Zür­cher Hoch­schu­len, in vier Grup­pen rennt man an die zehn Kilo­me­ter in der Gegend herum. Es gibt natür­lich einen Trai­nings­plan, heute stan­den vier Durch­läufe von 2 min Hügel­lauf auf dem Pro­gramm. Aber erst­mal muss­ten wir ja zu einem Hügel gelan­gen, wir lie­fen durch den Irchel­park zum Buchegg­platz, von dort wei­ter Rich­tung Höng­ger­berg, vorn am Waid­s­pi­tal vor­bei. Und dann vier mal den Berg rauf. War lus­tig, ich muss da dran bleiben.

Laufstrecke

Lauf­stre­cke

Mannheim und Heidelberg

Recht spon­tan habe ich das Wochen­ende in Mann­heim und Hei­del­berg ver­bracht, um Freunde zu besu­chen. Und siehe da, auch in Mann­heim lässt es sich leben, wir besuch­ten ein Stra­ßen­fest (Nacht­wan­del im Jung­busch) und ver­brach­ten die Zeit mit Spa­zie­ren, Plau­dern und Shoppen.

Richard Wagner – Lohengrin

Im Opern­haus war ich bis­her ein sel­te­ner Gast, doch der Besuch von Lohen­grin im Zür­cher Opern­haus könnte das ändern. Es war eine gran­diose Vor­stel­lung, stimm-​​ und bild­ge­wal­tig zugleich. Wit­zig fand ich auch die Insze­nie­rungs­idee, die Bra­ban­ter als Bay­ern dar­zu­stel­len. Und so sah man in den Mas­sen­sze­nen mit gefühl­ten 100 Leu­ten dann auch ein Meer von wei­ßen Hem­den, Leder­ho­sen und Dirndln. Auch Lohen­grin trug Leder­ho­sen, der nicht von einem Schwan gezo­gen wurde, son­dern nach einem gran­dio­sen Men­schen­wir­bel plötz­lich im wei­ßen Hemd in der Mitte lag, wie ein Neugeborenes.

Das Video zeigt eine andere Insze­nie­rung, aus der Mai­län­der Scala und eher klas­sisch. Ein­fach, damit ihr mal rein­hö­ren könnt.

Aber zur Hand­lung, der säch­si­sche und ost­frän­ki­sche König Hein­rich I. erscheint in Bra­bant, um mili­tä­ri­sche Hilfe gegen die Ungarn im Osten zu erhal­ten. Er stellt jedoch fest, dass es nach dem Tod des alten Her­zogs zu Strei­tig­kei­ten um die Nach­folge gekom­men ist. Fried­rich von Tel­ra­mund, der Erzie­her der bei­den Her­zogskin­der Elsa und Gott­fried, beschul­digt Elsa, dass sie ihren Bru­der Gott­fried im Wald umge­bracht habe. Diese sagt nicht viel zu ihrer Ver­tei­di­gung, der König legt fest, dass ein Kampf und somit Got­tes­ur­teil die Sache ent­schei­den soll. Kei­ner will für Elsa antre­ten. Doch dann erscheint ein frem­der Rit­ter, der für sie fech­ten will und auch gleich um ihre Hand anhält. Er hat nur eine ein­zige Bedin­gung, sie dürfe nie­mals sei­nen Namen erfra­gen, oder wel­cher Art er sei. Er besiegt Tel­ra­mund, lässt ihn aber leben. Unter gro­ßem Bei­fall umar­men sich Elsa und der Fremde. Tel­ra­mund wird ver­bannt, der Fremde zum neuen Herr­scher, will aber Schüt­zer von Bra­bant genannt wer­den. Bei der Hoch­zeit stört sowohl Ortrud, die Frau von Tel­ra­mund, als auch Tel­ra­mund sel­ber, der den Frem­den der Zau­be­rei bezich­tigt. Sie ver­su­chen auch, Elsa davon zu über­zeu­gen, nach dem Namen des Frem­den zu fra­gen, was sie von sich weist. Doch spä­ter, nach der Hoch­zeit, fragt sie ihn doch, just in die­sem Moment dringt Tel­ra­mund ins Gemach ein und wird getö­tet vom Hel­den. Am nächs­ten Mor­gen kommt es zur gro­ßen Gerichts­ver­hand­lung, der Fremde bezich­tigt Tel­ra­mund des Hin­ter­halts und gibt sich zu erken­nen, er sei Lohen­grin, der Sohn des Grals­kö­nigs Par­zi­val. Ein Eid sei für sein eigen­tüm­li­ches Ver­hal­ten ver­ant­wor­lich, jetzt müsse er aber wei­ter zie­hen, da er nur uner­kannt hel­fen dürfe. Gleich­zei­tig wird noch das Schick­sal von Elsas Bru­der Gott­fried auf­ge­löst, den Ortrud in just jenen Schwan ver­zau­bert hat, der Lohen­grin rein­zog. Gott­fried wird wie­der zum Men­schen, Ortrud und Elsa ster­ben aus unter­schied­li­chen Grün­den und dem König ist auch ohne Lohen­grin der Sieg sicher.

Ich hatte Beden­ken wegen der lan­gen Dauer, knapp vier Stun­den sollte es gehen. Aber die Zeit ver­ging wie im Flug, immer wie­der schöne Insze­nie­rungs­ideen und natür­lich gran­diose Stim­men. Es war eine gran­diose Auf­füh­rung, im nächs­ten Som­mer gibt es wei­tere Vorstellungen.