Erste Probe von „Biografie: Ein Spiel”

In der aktu­el­len dramateure-​​Produktion Bio­gra­fie: Ein Spiel spiele ich Han­nes Kür­mann, einen Ver­hal­tens­for­scher, der sein Leben noch­mal neu begin­nen kann. Heute war die erste Probe mit mei­ner Büh­nen­part­ne­rin Antoi­nette Stein. Da unsere Bezie­hung für das Stück von zen­tra­ler Bedeu­tung ist, spra­chen wir recht aus­führ­lich über die Cha­rak­tere und auch über unsere Bühnen-​​Ehe.

Was ist die­ser Han­nes Kür­mann für ein Mensch? Er ist ein Ver­hal­tens­for­scher, was für mich ein völ­lig neues Thema ist. Ich wollte es mit Com­pu­tern ver­knüp­fen, werde mich zum Thema Schwarm­ver­hal­ten infor­mie­ren (Kol­lek­tive Intel­li­genz), das hat grund­le­gend was mit dem Ver­hal­ten von Tie­ren zu tun. Sozial ist Han­nes Kür­mann anschei­nend nicht so gut inte­griert wie seine Gat­tin, er arbei­tet viel und geht ganz in der For­schung auf. Alko­hol ist in einer Fas­sung sei­ner Bio­gra­fie ein treuer Freund, in ande­ren Fas­sun­gen nicht so. In sehr sel­te­nen und emo­tio­nal auf­ge­la­de­nen Situa­tio­nen ver­liert er die Kon­trolle über sein Han­deln, in einer Fas­sung sei­ner Bio­gra­fie schlägt er seine Frau. Als er mit­be­kommt, dass sie die Nacht mit einem ande­ren Mann ver­bracht hat.

Danach haben wir eine Paarthe­ra­pie impro­vi­siert, wo uns gerade der Schuh drückt. Das war äußerst unter­halt­sam, wir erfan­den wild Sachen und krieg­ten ein detail­lier­te­res Bild unse­rer Bezie­hung mit all ihren Höhen und Tie­fen. Die Chan­cen stan­den jedoch nicht so gut am Ende, unsere The­ra­peu­tin war da skeptisch.

Und so blieb für die erste Sze­nen­probe nicht mehr viel Zeit, aber durch die Vor­ar­beit hat­ten wir ein gutes Fun­da­ment gebaut und konn­ten uns dann auf die Sze­nen­de­tails kon­zen­trie­ren. Es fängt gut an, ist wirk­lich ein span­nen­des Stück.

Richard Avedon

Noch kurz eine Gedan­ken­no­tiz, ich besuchte in Mün­chen eine Foto­aus­stel­lung von Richard Ave­don. Er hat sich als Mode­fo­to­graf einen Namen gemacht, als Ers­ter foto­gra­fierte er Mode außer­halb des Foto­stu­dios. Aber als Künst­ler wurde er vor allem für seine Por­träts bekannt. Cha­rak­te­ris­tisch für ihn ist das mini­ma­lis­ti­sche Set­ting mit strah­lend wei­ßem Hin­ter­grund. Er hat außer­dem viele bekannte Per­sön­lich­kei­ten vor der Linse gehabt, Andy War­hol, John F. Ken­nedy, Samuel Beckett, um nur einige zu nen­nen. Und mit Por­träts von Bür­ger­recht­lern und Napalm-​​Opfern trat er auch mit poli­ti­schen Bot­schaf­ten an die Öffentlichkeit.

Andy Warhol

Andy War­hol

Chicago Seven

Chi­cago Seven

Diese Aus­stel­lung weckte viele Asso­zia­tio­nen bei mir, Samuel Beckett mit War­ten auf Godot, Tru­man Capote mit dem sehr beein­dru­cken­den, aber für ein Date gänz­lich unge­eig­ne­ten Film Capote, wel­cher die Ent­ste­hung sei­nes Romans Kalt­blü­tig the­ma­ti­siert – die bei­den Mör­der waren auch mit Por­träts vor­han­den, Andy War­hol mit sei­nem bei einem Atten­tats­ver­such ent­stell­ten Kör­per, ein haar­lo­ser Imker mit Bie­nen auf sei­nem Kör­per, ein jun­ger Schlan­gen­ent­häu­ter, das zer­furchte, aus­drucks­starke Gesicht eines alten Afro­ame­ri­ka­ners, der in sei­ner Kind­heit Sklave gewe­sen war…

Smooth Jazz Festival Augsburg

Nicht weit von der Woh­nung mei­ner Freunde befin­det sich das wun­der­schöne Park­thea­ter im Kur­haus Gög­gin­gen. Es wurde vor ein paar Jah­ren kom­plett im Jugend­stil restau­riert. Man fla­niert durch Gänge, ein Park lädt im Som­mer zum Ver­wei­len ein, prunk­voll ver­zierte Säu­len und Gelän­der über­all, viel Platz im Haupt­saal; ein Augen­schmaus. Es wäre ein abso­lu­ter Traum, hier Oscar Wilde aufzuführen.

Und an die­sem schö­nen Ort ver­sam­mel­ten sich heute die Grös­sen des zeit­ge­nös­si­schen Jazz und jam­men. Es war schon recht wuch­tig mit der ver­stärk­ten Festival-​​Band. Erst Bob Bald­win am Piano, danach ein Dop­pel­aift­ritt von Matt Mar­shak an der E-​​Gitarre und Mar­cus Ander­sen am Saxophon.

Mein Favo­rit heute war Matt Mar­shak an der Gitarre. Es klang ein biss­chen wie Pink Floyd, schöne sphä­ri­sche Gitar­ren­klänge. Muss da mal in Ruhe reinhören.

Griechenland-​​Impressionen

Die schöns­ten Fotos von mei­ner Kykladen-​​Reise mit den Sta­tio­nen Athen, Paros, San­to­rin und Naxos.

Naxos

Ein Rausch von Urlaub, ein Rausch aus Licht, Strand und Mee­res­rau­schen. Heute war der letzte voll­stän­dige Tag auf der Insel Naxos, wir lie­hen uns Quads aus, diese lär­mi­gen Fahr­zeuge, setz­ten knuffige runde Helme auf und rausch­ten über die Insel. Halt an einem klei­nen Strand, Schwim­men im Meer, Mit­tag­es­sen, wei­ter fah­ren, den Wind spü­ren, die Sonne brennt auf meine rechte Wade, wir knat­tern durch enge Gas­sen, auf Feld­we­gen, rut­schen in Kur­ven, hal­ten kurz an zum Abstim­men, Rück­gabe am Abend. Tref­fen am Strand, Beach­vol­ley­ball mit einer bun­ten Truppe, wüs­tes Her­um­schla­gen, ich muss den Ver­eins­spie­ler able­gen, kor­ri­giere zu viel meine Mann­schaft, ein­fach genies­sen und sich freuen, wenn mal ein geschei­ter Ball­wech­sel zustande kommt. Bald gibt es Abschieds­es­sen in unse­rer gros­sen Gruppe, grie­chi­sches Essen kann ich lang­sam nicht mehr sehen, ich sehne mich nach Sau­er­teig­brot und has­tig gekoch­ten Pestonudeln.

Mor­gen geht es mit der Fähre nach Athen, am Sams­tag dann der Rück­flug nach Zürich.