Toggenburger Höhenweg via Schnebelhorn

Mit ein paar Leu­ten der Wan­der­gruppe Wan­der­freaks Schweiz war ich heute auf einer gemüt­li­chen Höhen­wan­de­rung, die uns auch auf das Schne­bel­horn führte, den höchs­ten Punkt des Kan­tons Zürich. Es ging ein wenig auf und ab und wir hat­ten schöne Aus­sicht auf den Zürich­see, den Boden­see und nahe­lie­gende Berge. Start­punkt war die Berg­sta­tion der Seil­bahn in Atzmännig/​Schutt, Ziel der Bahn­hof in Steg. Der Vor­teil an die­ser Wan­de­rung ist, dass man in einer reich­li­chen Stunde am Aus­gangs­punkt sein kann, es ist nicht so weit weg. Dafür winkt eine schöne Hügel­land­schaft, die eine wohl­tu­ende Abwechs­lung zu den schrof­fen Höhen der zen­tra­len Alpen darstellt.

Toggenburger Höhenweg via Schnebelhorn

Tog­gen­bur­ger Höhen­weg via Schnebelhorn

Auf dem Schnebelhorn, dem höchsten Berg des Kantons Zürich

Auf dem Schne­bel­horn, dem höchs­ten Berg des Kan­tons Zürich

Stre­cke
17.74 km
Zeit in Bewegung
4:07 h
Posi­ti­ver Höhenunterschied
653 m
Nega­ti­ver Höhenunterschied
1130 m

Jean-​​Paul Sartre – Die schmutzigen Hände

Autor
Jean-​​Paul Sartre
Titel
Die schmut­zi­gen Hände (Les mains sales)
Regie
Ste­fan Pucher
Beset­zung
Robert Hunger-​​Bühler, Hen­rike Johanna Jöris­sen, Isa­belle Menke, Johan­nes Sima, Milian Zer­zawy, Jirka Zett
Spiel­ort
Schau­spiel­haus Zürich (Pfauen)

Inhalt

Schau­platz der Hand­lung ist der fik­tive Staat Illy­rien wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges, irgendwo im Osten Euro­pas. Die Deut­schen haben das Land besetzt, der Regent des Lan­des arbei­tet mit ihnen zusam­men. Aber die Rote Armee rückt vor und wird in abseh­ba­rer Zeit die Deut­schen ver­ja­gen. Vor die­sem Hin­ter­grund kämp­fen drei poli­ti­sche Kräfte um die neue Macht­ver­tei­lung: die kom­mu­nis­ti­sche Par­tei mit Hoede­rer (Robert Hunger-​​Bühler) an der Spitze, konservativ-​​bürgerliche Mili­zen – das Pen­ta­gon – und die Gefolgs­leute des Regenten.

Der bür­ger­li­che Intel­lek­tu­elle Hugo (Jirka Zett) tritt in die kom­mu­nis­ti­sche Par­tei ein, um bei der Umge­stal­tung der Gesell­schaft selbst mit Hand anzu­le­gen. Er wird auf­grund sei­ner Her­kunft von den Genos­sen miss­trau­isch beäugt, genießt jedoch das Ver­trauen von Olga (Isa­belle Menke). Er erhält den Auf­trag, den Par­tei­se­kre­tär Hoede­rer zu ermor­den, da die­ser angeb­lich mit dem Feind koope­riert. Als neuer Sekre­tär wird er gemein­sam mit sei­ner Frau (Hen­rike Johanna Jöris­sen) bei Hoede­rer ein­ge­schleust. In die­ser Funk­tion ist er auch bei einem Tref­fen von Hoede­rer mit dem Pen­ta­gon und dem Sohn des Regen­ten dabei, in dem es um einen Pakt der natio­na­len Ein­heit geht. Für Hugo ist das Ver­rat am kom­mu­nis­ti­schen Ideal, Hoede­rer ein Sozi­al­ver­rä­ter. Er kann sich jedoch immer noch nicht so recht zur Tat ent­schlie­ßen. Ein miss­glück­tes Bom­ben­at­ten­tat bringt Bewe­gung in die fest­ge­fah­rene Situa­tion, es kommt zur Aus­spra­che zwi­schen Hoede­rer und Hugo. Hoede­rer ver­tei­digt seine Poli­tik, die kom­mu­nis­ti­sche Par­tei wäre allein zu schwach, um die Macht zu über­neh­men, als Teil der Regie­rung könnte man die Ver­ant­wor­tung für unpo­pu­läre Nach-​​Kriegs-​​Maßnahmen aber leicht den Koali­ti­ons­part­nern zuschie­ben und in eini­gen Jah­ren die Macht allein aus­üben. Außer­dem würde ein Bür­ger­krieg vie­len Hun­dert­tau­send Men­schen das Leben kos­ten. Hugo argu­men­tiert idea­lis­tisch, keine Kom­pro­misse mit den ande­ren, er zieht eine blu­tige Revo­lu­tion nach kom­mu­nis­ti­schem Lehr­buch vor.

Als Hugo spä­ter seine Frau mit Hoede­rer in zärt­li­cher Umar­mung ertappt, erschießt er ihn und wan­dert ins Gefäng­nis. Als er spä­ter wie­der raus kommt, dis­ku­tiert er mit Olga seine Tat. Jedoch hat die Par­tei inzwi­schen den Kurs Hoede­rers über­nom­men. Für Hugo gibt es keine wei­tere Ver­wen­dung, er wird erschossen.

Insze­nie­rung

Eine insze­na­to­ri­sche Her­aus­for­de­rung ist die Tren­nung der bei­den Zeit­ebe­nen. Zu Beginn und am Ende spielt das Stück nach der Ent­las­sung von Hugo aus dem Gefäng­nis. Ein­ge­bet­tet in die­sen Rah­men liegt dann die Erin­ne­rung an die Tat. Aber mit der Büh­nen­tech­nik ist das alles kein Pro­blem, ein Foto-​​Vorhang öff­nete sich nach dem ers­ten Akt, gab den Blick frei auf die Ver­gan­gen­heit in der Par­tei­zen­trale. Aber auch Jirka Zett als Hugo wirkte ver­än­dert, abge­klär­ter mit Leder­ja­cke und Klebebart.

Ein­drucks­voll der Ein­satz von Videos, Rück­blen­den auf Gesprä­che in Autos, auf den Auf­trag und am Ende. Über­haupt brauchte es in die­sem anspruchs­vol­len, inten­si­ven Sartre-​​Text eini­ges an Medi­en­um­brü­chen, Denk­pau­sen für das Publi­kum, umge­setzt mit Video­se­quen­zen, Musik-​​ und Tanz­ein­la­gen. Sie spiel­ten zwei Stun­den durch und es war nicht langweilig.

Aber abge­se­hen von die­sen tech­ni­schen Knif­fen lebte die Insze­nie­rung vor allem durch die Cha­rak­tere. Hugo als intel­lek­tu­el­les Weichei, Hoede­rer als ein­sa­mer, cha­ris­ma­ti­scher Prag­ma­ti­ker, Jes­sica als ver­spielte, gelang­weilte Ver­füh­re­rin, die bei­den ein­fach gestrick­ten Macho-​​Leibwächter, schön anzu­schau­ende Cha­rak­tere mit ihren klei­nen Macken.

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SOLA-​​Stafette 2015, das Rennen

Heute bin ich zum ers­ten Mal bei einem gro­ßen Lauf­wett­be­werb dabei gewe­sen, der SOLA-​​Stafette rund um Zürich. Gemein­sam mit 13 sport­li­chen Arbeits­kol­le­gen von Com­pa­ris rann­ten wir eine Gesamt­stre­cke von 116 km. Ins­ge­samt waren 903 Teams am Start.

Berich­ten kann ich nur von mei­ner Stre­cke, der Num­mer 8. Da es ein Neu­start war, sah ich meine Vor­läu­fe­rin lei­der nicht. Statt des klas­si­schen Staf­fel­stabs erhielt ich ein gel­bes Arm­band, die­ses musste ich am Ziel der nächs­ten Läu­fe­rin über­ge­ben. Die Zeit­mes­sung geschah durch moderne Tech­nik, auf dem Startnummern-​​Blatt waren noch zwei Chips auf­ge­klebt, mit denen wurde auto­ma­tisch und berüh­rungs­los meine Zeit gemes­sen. Und die kann sich sehen las­sen, mit 35:40 Minu­ten erreichte ich das Ziel am unte­ren Ende des ange­ge­be­nen Bereichs. Und drei Minu­ten schnel­ler als beim letz­ten Trai­nings­lauf. Die Schnells­ten lie­fen die Stre­cke in 21 Minu­ten, keine Ahnung, wie das gehen soll. Und die lang­sams­ten brauch­ten eine reich­li­che Stunde.

SOLA-Stafette 2015, Strecke 8, Team 64

SOLA-​​Stafette 2015, Stre­cke 8, Team 64

Meine indi­vi­du­elle Vor­be­rei­tung begann bereits um 11 daheim mit den Red Hot Chili Pep­pers. Dann umzie­hen, die Tasche mit Gepäck vor­be­rei­ten, die vom Ver­an­stal­ter an den Ziel­ort trans­por­tiert wurde und los zum Cam­pus. Kaum im Park ange­kom­men, ver­sperr­ten mir Bän­der den Weg, genau dort war der Ziel­ein­lauf der Etappe 7. Zum Glück waren noch keine Läu­fer in Sicht, so dass eine Ord­ne­rin mich durch­ließ. Immer mehr Läu­fer mit den obli­ga­to­ri­schen SOLA-​​Startnummern lie­fen herum, einige berei­te­ten sich vor, andere saßen in den blauen Lie­ge­stüh­len, Fami­lien mit Kin­dern, weiße Zelte der Spon­so­ren und vom Ver­an­stal­ter, Volks­fest­stim­mung am Irchel. Ein Mode­ra­tor kün­digte das Ein­tref­fen der ers­ten Läu­fer an, die Ziel­ge­rade war genau auf dem Pro­me­na­den­weg zwi­schen dem Teich und den Trep­pen, wel­che zum Cam­pus hin­auf füh­ren. Ich suchte die Gepäck­ab­ga­be­sta­tion, die sich unten in der Tief­ga­rage befand. Es war ein begeh­ba­rer LKW mit nach Start­num­mern­be­reich sor­tier­ten Boxen. Dann noch schnell auf Toi­lette, die Ner­vo­si­tät wuchs immer mehr, ich war nicht der ein­zige, vor dem Männer-​​WC bil­dete sich eine Schlange. Dann schnell zum Start­feld, auf einer Wiese vor dem Biblio­theks­ge­bäude ver­sam­mel­ten sich alle Läu­fer, ich ging unge­fähr in die Mitte.

Ein­stim­mung durch den Mode­ra­tor, eine japa­ni­sche Trom­mel­gruppe sorgte für span­nende Rhyth­men, wir hüpf­ten ein wenig herum, streck­ten unsere Arme hoch, die Uhr zählte uner­bitt­lich run­ter, dann der Start­schuss. Es dau­erte einige Sekun­den, ehe sich das Feld in Bewe­gung setzte. Und so rich­tig flott kam ich anfangs auch nicht voran. Zu viele Leute, der Weg ver­engte sich, einige rann­ten durchs Gras, um zu über­ho­len, ab und zu musste ich auch abbrem­sen, um eine Kol­li­sion zu ver­mei­den. Es ging eben­er­dig los, Rich­tung Hal­te­stelle Uni­ver­si­tät Irchel, dann links hoch zum Strick­hof, nicht steil, aber doch ein Anstieg. Das steilste Stück folgte dann auf der Krat­ten­turm­strasse hoch zum Thea­ter Rigi­blick. Das Feld hatte sich schon eini­ger­ma­ßen sor­tiert. Es war schon ein wenig depri­mie­rend, vor mir noch hun­derte andere Läu­fer in einer lan­gen Schlange zu sehen. Aber hin­ter mir waren ja auch noch viele, nur die sah ich halt nicht. Wäre wohl moti­vie­ren­der gewe­sen, rück­wärts zu laufen.

Kurz vor dem Ziel in der Nähe vom Zoo

Kurz vor dem Ziel­ein­lauf an der Hoch­schul­sport­an­lage Fluntern

Kurz vor dem Thea­ter Rigi­blick bogen wir links ab auf einen immer noch anstei­gen­den, brei­ten Wald­weg. Lang­sam merkte ich meine Beine, sie fühl­ten sich schwer an, kein gutes Zei­chen bei der zeit­li­chen Hälfte. Der Weg ging jetzt abwärts, rüber zum Wald­hüsli und dann Rich­tung Zoo. Eine lange Gerade, auf der ich mir lang­sam vor­kam, wurde einige mal über­holt. Dann kurz auf die Straße, es geht wie­der hoch, links rein in den Wald, mehr oder weni­ger der letzte Kilo­me­ter. Ich litt schon etwas, vor allem dann auf dem ASVZ-​​Gelände mit noch zwei klei­nen Ram­pen hoch zur Lauf­bahn. Und dann erschien plötz­lich – wie ein Engel – meine Nach­fol­ge­läu­fe­rin Livia rechts neben mir, ich war kurz über­rascht, hatte das irgend­wie wei­ter vorn erwar­tet, doch dann gab ich ihr ein­fach das gelbe Arm­band und sie sprin­tete los. Und ich ließ mich ins Gras sin­ken, geschafft, ein­fach durch­at­men. Plötz­lich bleibt jemand ste­hen, eine ver­traute Sil­hou­ette, mein Arbeits­kol­lege Vol­ker hielt sein Handy auf mich gerich­tet und foto­gra­fierte oder filmte. So wird meine Erschöp­fung der Nach­welt erhal­ten bleiben.

Eigene Mes­sung mit GPS-​​Uhr

Dis­tanz
6,22 km
Zeit
35:40 (Minuten:Sekunden)
Durch­schnittl. Geschwindigkeit
5:44 min/​km
Posi­ti­ver Höhenunterschied
200 m

Offi­zi­elle Messung

Dis­tanz
6,34 km
Zeit
34:54 (Minuten:Sekunden)
Etappen-​​Rang
497 (von 903)
Gesamt-​​Team-​​Rang
611 (von 903)

ASVZ-​​Lauftraining

Die Sola-​​Stafette rückt näher – und so lang­sam fühle ich mich bereit dafür! Heute rannte ich sogar meis­tens vor­ne­weg, das sah in den ver­gan­ge­nen Wochen noch ganz anders aus. Der Train­ins­plan für heute bestand aus locke­rem Lau­fen, also keine kras­sen Hügel­sprints wie letzte Woche. Ein paar Gleich­ge­wichts­übun­gen im Wald, ein Päu­schen, als wir beim Zoo einen wun­der­vol­len Blick auf die Alpen hat­ten, und sonst ein­fach nur lau­fen für knapp neun Kilometer.

ASVZ-Lauftraining

ASVZ-​​Lauftraining

München-​​Wochenende

Einige Erin­ne­run­gen an ein erleb­nis­rei­ches Wochen­ende in der bay­ri­schen Haupt­stadt. Anlass war ein Wie­der­se­hen mit den Kykla­di­ern, Leu­ten von der Marco-​​Polo-​​Reisegruppe, mit denen ich im letz­ten Sep­tem­ber auf den grie­chi­schen Inseln unter­wegs war (die aller­schöns­ten Kykladen-​​Fotos). Ich ent­schied mich, die­ses Mal mit dem Zug zu fah­ren, genau zwi­schen zwei Streiks der Gewerk­schaft der Lok­füh­rer. Der Euro­city braucht vier Stun­den, so konnte ich mich in aller Ruhe auf den Schauspiel-​​Kurs vom nächs­ten Diens­tag vor­be­rei­ten. Eine kurze Szene aus­wen­dig ler­nen, mich wie­der mit Ent­span­nung und Vor­be­rei­tung beschäftigen.

Am Frei­tag besuch­ten wir das Früh­lings­fest, eine dem Okto­ber­fest ähn­li­che Ver­an­stal­tung mit Ach­ter­bahn, Luft­ge­wehr­schie­ßen und natür­lich einem rie­si­gen Bier­zelt. Nach unge­fähr einer Stunde fragte ich mich, was ich in die­sem Zelt eigent­lich machte. Ohren­be­täu­ben­der Lärm einer Cover-​​Band mit dem obli­ga­to­ri­schen Prosit-​​Lied aller zehn Minu­ten, alle tra­gen Tracht, Maß­krüge schwe­ben vor­bei, eine Wolke von Bra­ten­dampf und mensch­li­chen Aus­düns­tun­gen; es ist die­ses rauschhaft-​​dunstig-​​lärmige, mit dem ich ein­fach nichts anfan­gen kann. Gefan­gen in einer Dunst­glo­cke sitzt man am Tisch, nebenan eine Gruppe Ita­lie­ner mit T-​​Shirts und Perü­cken, Ein­lass nur mit gel­ben Arm­bän­dern, ein Teil der gro­ßen Gruppe war­tet drau­ßen im Regen und wir haben nicht genug Arm­bän­der und Sitz­plätze. Schlange ste­hen für die begehr­ten Plätze im Zelt, wie zu DDR-​​Zeiten, ich musste da ein­fach raus, wie­der atmen. Abends dann gemüt­lich mit Gin-​​Tonic und einer Salsa-​​Auffrischung in der groß­räu­mi­gen Woh­nung der Gastgeberin.

Wanderroute von Schliersee (rechts) nach Tegernsee (links)

Wan­der­route von Schlier­see (rechts) nach Tegern­see (links)

Am Sams­tag gin­gen wir wan­dern, vom Schlier­see über den Prin­zen­weg zum Tegern­see, knapp vier Stun­den. Es war nicht extrem schwie­rig, wir stie­gen um die 400 Meter auf, aber bei dem regel­mä­ßi­gen Regen war ich extrem froh, meine Regen­ho­sen dabei zu haben. Und die Sicht über Wäl­der, Hügel und Seen war mit den Wol­ken auch sehr schön, neblig-​​märchenhaft. Abends Essen im Al Pacino, dann Drinks und Sand­tan­zen im beach 38°.

Sonn­tags dann noch ein gemüt­li­cher Aus­klang mit einem kur­zen Besuch im NS-​​Dokumentationszentrum, war extrem voll bei dem Regen­wet­ter, Mit­tag­es­sen im Café Alt­schwa­bing. Und zuletzt dann die Fahrt im voll­be­setz­ten Euro­city zurück nach Zürich, jetzt brau­che ich echt Erholung.