Progressive Web Apps

Einen Ausblick auf zukünftige Web-Applikationen gab es bei der Entwicklerkonferenz Google I/O 2016 zu sehen. Die Konferenz ist natürlich zentriert auf Technologien, die bei Google entwickelt werden, wobei es aber auch um grundlegende Entwicklungsmuster geht, die auch mit anderen Frameworks umzusetzen sind.

Das grundlegende Problem vieler Web-Applikationen ist ihre schlechte Performance, sie brauchen zu lange beim Laden oder beim Interagieren. Das ist vor allem auf mobilen Geräten hinderlich, die keine gute Bandbreite haben. Eine perfekte Applikation würde initial schnell laden, dann im Hintergrund weitere Resourcen holen, damit bei weiteren Interaktionen schnelle Reaktionszeiten möglich sind, sie würde sich verhalten wie eine native Applikation.

In dieser Präsentation stellt Kevin Schaaf die Grundzüge von progressiven Web-Applikationen vor. Technologisch basiert das auf HTML Custom Elements, HTML Imports, HTTP/2 and Service Workers. Leider werden diese nur zum Teil von den heute im Umlauf befindlichen Browsern unterstützt. Aber alle Browser-Hersteller arbeiten daran, so dass man in ein-zwei Jahren auf eine breitere Unterstützung bauen kann. In der Zwischenzeit kann man aber einige Ideen mit Polyfills oder anderen Frameworks umsetzen.

Jedenfalls würde damit ein großes Problem der meisten aktuellen Webseiten gelöst, die beim ersten Laden alle benötigten CSS-Stile und JavaScript-Framework-Dateien laden müssen. Bei mwellner.de sind das immerhin 2 MB JavaScript und 600 kB CSS. Und davon wird ganz sicher nicht alle benötigt, um die Startseite darzustellen. Mit einer wirklich gut gelösten Komponentenstruktur würden anfangs nur die Resourcen geladen, die für die Darstellung unbedingt gebraucht werden. Und eines Tages wird dann auch diese Homepage deutlich schneller werden und in ungeahnte Ranking-Höhen aufsteigen.

SOLA-Stafette, Strecke 8

SOLA-Strecke 8, vom Irchel-Campus zum Zoo

SOLA-Strecke 8, vom Irchel-Campus zum Zoo

Bereits zum zweiten Mal nahm ich im Comparis-Team an der SOLA-Stafette teil, organisiert vom ASVZ. Das Ausmaß dieses Sportereignisses ist gigantisch, es traten 1000 Teams mit jeweils 14 Läufern an. Pro Etappe rannten also 2000 Beine, das konnte auch mal eng werden, speziell an den drei Starts. Die beiden Neustarts gibt es vor allem, um das Feld wieder zusammenzuführen, letzteren für einen einigermaßen kompakten Zieleinlauf, damit man nicht Stunden warten muss.

Unser Team belegte diesmal den 738. Platz. Ich hatte auch nicht so meinen allerbesten Tag und kam auf den 781. Rang für meine Etappe. Nächstes Mal werde ich mehr trainieren, das ist versprochen.

Kurz vor dem Ziel beim Zoo

Kurz vor dem Ziel beim Zoo

Theater als Wahrheit des Augenblicks

Porträt von William Shakespeare

William Shakespeare (Chandos-Porträt)

Derzeit gedenken viele Theaterenthusiasten des wirkungsmächtigsten Dramatikers aller Zeiten, William Shakespeare.

Spiegel Online geht der Frage nach, Was uns Shakespeares Worte heute noch sagen, mit seinen besten Szenen und einer kurzen Analyse.

Auch die ZEIT darf nicht fehlen im Reigen der Erinnerung, mit Die Nussschalenkönige. Aus diesem Artikel stammt auch das Brooke-Zitat, welches sehr gut die Doppelbödigkeit des Theaters beschreibt, und auch die Herausforderung als Schauspieler, völlig aufzugehen im Augenblick, obwohl man genau weiß, was kommt und dass es Fiktion ist.

Ich glaube, wir leben von den Wahrheiten des Augenblicks. Und das ist dem Theater eingeprägt: die Möglichkeit, im selben Augenblick zu glauben und nicht zu glauben. Echtes Theater verfügt über diese Qualität. Der Schauspieler glaubt absolut an das, was er da auf der Bühne tut – und zugleich glaubt er nicht im Mindesten daran. Glauben und Nichtglauben im selben Moment – darum dreht sich das Theater. Deshalb kann es für Momente ein wahreres Bild des menschlichen Lebens geben als das Leben selbst. Theater versetzt uns in die Lage, die Dinge genauer zu sehen mittels seiner Doppelbelichtung.
Peter Brook

Ade, Cricket-Schläger

Henry und der Cricket-Schläger

Henry und der Cricket-Schläger

Der Cricket-Schläger ist wieder in Winterthur. Er war für mich das wichtigste Requisit der Produktion Das einzig Wahre. Durch die freundliche Kooperation mit dem Winterthurer Cricket-Club konnte ich ihn bereits im letzten Oktober ausleihen. Ich musste nur den weiten Weg nach Winterthur antreten und den Sportplatz am Deutweg finden, wo gerade ein Schweizer Spitzenspiel ausgetragen wurde. Aber durch die geringe Popularität dieser Sportart hielten sich die Zuschauerzahlen in Grenzen und ich konnte den Spielern sehr nahe kommen. Die Leute vom Club waren dann auch sehr hilfsbereit, erklärten mir sogar kurz die komplexen Regeln und versprachen auch, die Werbetrommel für unser Theaterstück zu rühren. Schließlich sind es ja vor allem anglophile Leute, die sich durch Cricket angesprochen fühlen.

Im Stück spielt der Schläger dann auch eine wichtige Rolle. Als Annie und Henry über das Brodie-Stück diskutieren, das Henry miserabel findet, Annie aber als ungeschliffen, aber echt verteidigt, weiß sich Henry nicht anders zu helfen, als zum Cricket-Schläger zu greifen.

HENRY Halt den Mund, und hör mir zu. Dieses Ding hier, das aussieht wie eine hölzerne Keule, besteht in Wahrheit aus mehreren Stücken von ganz besonderem Holz, die auf eine ganz bestimmte Weise so raffiniert zusammengefügt sind, dass das gesamte Ding federt wie ein Tanzboden. Damit schlägt man Cricketbälle. Wenn du es richtig machst, dann fliegt der Cricketball 300 Meter weit in vier Sekunden, und du hast nicht mehr getan, als ihm einen Stoß gegeben, wie wenn man den Verschluss einer Bierflasche wegschnippst und es macht ein Geräusch wie eine Forelle, die den Köder schluckt… (Er schnalzt mit der Zunge, um das Geräusch nachzuahmen.) Was wir versuchen, ist Cricketbälle zu schreiben, damit eine Idee, die uns entspringt und der wir einen kleinen Stoß versetzen… weit, weit fliegen, kann… (Er schnalzt wieder mit der Zunge und nimmt das Skript.) Nun. Was wir hier vor uns haben, ist ein Stück Holz von ungefähr gleicher Form, das versucht, ein Cricketschläger zu sein, und wenn du damit einen Ball schlägst, dann fliegt der Ball ungefähr drei Meter weit und du lässt den Schläger fallen und hüpfst herum und schreist: autsch! (Er zeigt auf den Cricketschläger.) Der da ist nicht besser, weil jemand sagt, dass er besser ist, oder weil der Cricketverband sich verschworen hat, Knüppel nicht zu den Meisterschaften zuzulassen. Er ist besser, weil er besser ist. Du glaubst mir nicht, also schlage ich dir vor, geh hin und spiel Cricket mit diesem Ding, und sieh, was du erreichst. „Sie sind ein merkwürdiger Junge, Billy, wie alt sind Sie?“ „Zwanzig, aber ich habe mehr gelebt, als Sie je leben werden.“ Autsch, autsch!

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Dieser Monolog war auch einer der ersten Texte, die ich gelernt habe. Während der Casting-Phase wollte unser damaliger Regisseur einige Szenen sehen, und nichts bot sich besser an als dieser schöne Monolog, um die Kandidaten für Henry auf ihre Eignung zu testen. Wir haben auch gar nicht viel dran geändert seither, durch das Objekt und die Bewegung damit ist das eine kraftvolle, plastische Szene. Und so ist dieser Monolog auch mit der für mich positiven Besetzungs-Entscheidung verknüpft.

Ich habe den Monolog in gekürzter und veränderter Form sogar nochmal in der Firma verwendet, in unserem Format Was macht eigentlich…?. Auch da kam es gut an, die Leute wirkten sehr gebannt.

Chaplin-Zitat

Nach einem schönen arte-Abend über Charlie Chaplin mit dem großen Diktator und einer Doku über die Anfänge des legendären Schauspielers möchte ich hier noch ein Zitat festhalten.

Leb so, wie du es für richtig hältst
und geh, wohin dein Herz dich führt.
Das Leben ist ein Theaterstück
ohne vorherige Theaterproben.
Darum: Singe, lache, tanze und liebe!
Und lebe jeden einzelnen Augenblick
deines Lebens, bevor der Vorhang fällt
und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.