Stadt Brandenburg

Ein schö­nes Wochen­ende ver­brachte ich in und um Bran­den­burg. Mit ca. 70’000 Ein­woh­nern ist es eine kleine Stadt, vor allem neben dem rie­si­gen Nach­barn Ber­lin. Aber es lässt sich auch dort leben, die Bun­des­gar­ten­schau ist zu Besuch in die­sem Jahr und die vie­len Flüsse und Seen laden zum Ver­wei­len und Baden ein. Der Anlass war ein Fami­li­en­tref­fen im engen Kreis.

Acht Instrumente zur szenischen Arbeit

Dies ist die Essenz mei­nes lang­sam zu Ende gehen­den Kur­ses Schau­spiel unter Regie­an­wei­sung. Acht Instru­mente, oder sagen wir Anhalts­punkte für die Arbeit an einer Szene, sei es für Film oder Thea­ter. Und es betrifft Schau­spie­ler und Regisseure.

  1. Ereig­nisse – Was pas­siert in der Szene?
  2. Fak­ten – Lesen, Lücken füllen
  3. Ver­ben – Regie­an­wei­sun­gen als Ver­ben formulieren
  4. Bil­der – Mit Bil­dern und ande­ren Sin­nes­ein­drü­cken arbeiten
  5. Phy­si­sche Auf­gabe – Pri­märe und par­al­lele Tätigkeiten
  6. Arbei­ten im Moment – Rea­gie­ren, impro­vi­sie­ren, gestal­ten aus dem Moment heraus
  7. Zuhö­ren – Ganz beim Ande­ren sein, reagieren
  8. Fra­gen, fra­gen, fragen

Mit die­ser Liste kann man gut an die sze­ni­sche Arbeit her­an­ge­hen. Und wenn man denkt, dass es gut ist, hilft die berühmte Stanislawski-​​Frage Glaube ich das, was ich da sehe?

Schlank durch Schokolade?

Zwei Wissenschafts-​​Journalisten woll­ten es wis­sen – kann man mit einer völ­lig abstru­sen Diät-​​Idee viele Men­schen errei­chen? Und wie schwer ist es, dafür das wich­tige Prä­di­kat „wis­sen­schaft­lich belegt” zu erhalten?

In einer salopp durch­ge­führ­ten Stu­die mit ca. 20 Teil­neh­mern ver­gli­chen sie die Gewichts­ent­wick­lung der Inter­ven­ti­ons­gruppe (also die mit Scho­ko­lade) mit zwei ande­ren Grup­pen. Durch einige Tricks und „geschickte” Aus­wer­tung erhiel­ten sie das gewünschte Resul­tat, die Inter­ven­ti­ons­gruppe nahm ab, alle ande­ren nicht. Inter­es­sant war nun, dass sie diese qua­li­ta­tiv sehr man­gel­hafte Stu­die in einer wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrift plat­zie­ren konnten.

Beglei­tet wurde die Stu­die durch Wer­be­spots mit Schau­spie­lern, einer Facebook-​​Gruppe und einem klang­vol­len Insti­tut. Und es funk­tio­nierte – die BILD brachte die neue Diät auf der ers­ten Seite, wenig spä­ter folg­ten zahl­rei­che wei­tere Medien. Das Ganze zeigt das Ver­sa­gen der wis­sen­schaft­li­chen und jour­na­lis­ti­schen Qualitätskontrolle.

Die ganze Doku­men­ta­tion fin­det ihr auf arte​.tv.

Cortesi-​​Lesungen bei der KulTour in Baden

Die beschau­li­che Klein­stadt Baden, die nur 20 Bahn­mi­nu­ten von Zürich ent­fernt liegt, hat in die­sem Jahr ein Kul­tur­fes­ti­val der beson­de­ren Art auf die Beine gestellt – die Kul­Tour. Das Motto ist beste­chend ein­fach, es gibt Ver­an­stal­tun­gen jede halbe Stunde, die jeweils 15 Minu­ten dau­ern. Danach kann man gemüt­lich zum nächs­ten Ver­an­stal­tungs­ort gehen.

Für den gerade ent­ste­hen­den zwei­ten Kri­mi­nal­ro­man der Cortesi-​​Reihe. Der Roman spielt in Baden, die erste Lei­che wird in einem ver­las­se­nen Kur­ho­tel gefun­den, genau wie es sich am Kur­platz befin­det. Was lag da also näher, als Kurz­le­sun­gen anzu­bie­ten. Es gab Auf­tritte um 13, 15, 17, 19 und 21 Uhr. War nicht so ganz ein­fach, die Span­nung jedes Mal auf­zu­bauen, auch ange­sichts der hoch­som­mer­li­chen Temperaturen.

Es waren über­ra­schend viele Leute, die sich alle zwei Stun­den auf dem Kur­platz ver­sam­mel­ten, mit einem sol­chen Andrang hatte ich nicht gerech­net. Und so las ich immer wie­der in ver­schie­de­nen Räum­lich­kei­ten des ver­las­se­nen Kur­ho­tels. Wir waren unten in den alten Bädern, spä­ter mit noch mehr Leu­ten im gro­ßen Fest­saal. Bei der letz­ten Lesung war es schon fast dun­kel, ich musste mit dem Handy leuchten.

Im Gegen­zug besuch­ten wir auch einige Ver­an­stal­tun­gen, Chöre, eine Poetry-​​Slam-​​Künstlerin, Live-​​Stadtgeschichte und ein Orgel­kon­zert. War ein schö­ner Tag, und am schöns­ten war die Ther­mal­bank ganz in der Nähe des Kurplatzes.