Lofoten

Ich bin zurück aus Nor­we­gen und immer noch am Sich­ten und Auf­hüb­schen der vie­len Fotos. Ent­ge­gen aller Erwar­tun­gen und Kli­schees war es über­wie­gend son­nig, nur an zwei Tagen hat­ten wir Regen. Viel haben wir gese­hen, die Insel­gruppe der Lofo­ten war für mich der krö­nende Abschluss. Des­halb hier schon mal ein Vor­ge­schmack auf die Bil­der, die da noch kom­men werden.

Autobrücke auf den Lofoten, Norwegen

Auto­brü­cke auf den Lofo­ten, Norwegen

Milo Rau – The Dark Ages

Milo Rau ist einer der bekann­tes­ten Schwei­zer Thea­ter­schaf­fen­den. Ges­tern besuchte ich eine Auf­füh­rung von The Dark Ages, was er am Münch­ner Resi­denz­thea­ter ent­wi­ckelt hat.

Fünf Men­schen erzäh­len ihre Geschichte, drei davon han­deln zur Zeit des jugo­sla­wi­schen Bür­ger­kriegs. Es gab kei­nen roten Faden, ledig­lich Ein­blen­dun­gen von Akt-​​Titeln, derer es – ana­log zum klas­si­schen Thea­ter – genau fünf gab. Die fünf wech­sel­ten sich ab, die Kamera war auf ihr Gesicht gerich­tet, wel­ches auf einem rie­si­gen Bild­schirm in Schwarz-​​Weiß sicht­bar war. Bei drei Leu­ten wur­den deut­sche Unter­ti­tel eingeblendet.

Bewe­gend waren die Geschich­ten und Schick­sale die­ser fünf Men­schen, die Insze­nie­rung war betont nüch­tern. Zum Auf­lo­ckern gab es ein paar Shakespeare-​​Zitate, Musik der slo­we­ni­schen Gruppe Lai­bach, Zitate aus der Ham­let­ma­schine. Anstren­gend war es, bei 30 Grad in die­sem Raum, und immerzu die Unter­ti­tel lesen, keine Pause. Die Dar­stel­ler spre­chen von Mord und Tot­schlag, vom Ver­lust ihrer Ange­hö­ri­gen, von Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern, von einem klei­nen Gra­nat­split­ter, der einen befreun­de­ten Dich­ter in den Kopf traf und tötete, aber auch von Par­ties in Bel­grad wäh­rend des NATO-​​Bombardements, von Erb­strei­tig­kei­ten, dem Teu­fel in Per­son der Schwä­ge­rin – alles so gefasst und mit einem Lächeln.

Transalp

Sechs Tage wan­dern von Nord nach Süd mit­ten durch die Alpen – soweit die Aus­schrei­bung. Damit wir die lange Stre­cke in die­ser kur­zen Zeit auch schaff­ten, gab es nach jeder Wan­de­rung den Trans­fer zum Über­nach­tungs­ort, mög­lichst nah am Start­punkt der nächs­ten Wan­de­rung. Ins­ge­samt wan­der­ten wir eine Stre­cke von knapp 100 km, ein Bruch­teil der ins­ge­samt fast 400 km. Und so war es einer­seits schön, sich jeden Tag ein biss­chen mehr dem Sehn­suchts­ort Ita­lien anzu­nä­hern, ande­rer­seits gab es kein wirk­li­ches Ver­wei­len und Ankom­men. Anstatt Hüt­ten­ro­man­tik und Mas­sen­schlag mit nächt­li­chem Schnarch­kon­zert war­te­ten Hotel­zim­mer auf uns, ein­mal sogar mit Sauna und Schwimmbad.

Land­schaft­lich war sicher der erste Tag am schöns­ten, der Abstieg von der nebel­ver­han­ge­nen Zug­spitze durch traum­hafte Berg­land­schaf­ten. Mit dem Grenz­über­gang nach Öster­reich schien dann auch wie­der die Sonne und wir tauch­ten ein in Tal um Tal, saf­ti­ges Grün, Kühe und Schafe begeg­ne­ten uns, Abstieg bis zur Ehr­wal­der Alm. Am zwei­ten Tag ein kna­cki­ger Anstieg von Kron­feld zur einem Gip­fel auf knapp 2500 m, run­ter zur Gogles-​​Alm. Danach folg­ten Wan­de­run­gen, die eher Mit­tel­ge­birgscha­rak­ter hat­ten, zum Bei­spiel der gemüt­li­che Mera­ner Höhen­weg. Wirk­lich genial war dann die Wein­gut­be­sich­ti­gung mit anschlie­ßen­der Ver­kos­tung in der Kel­le­rei Kur­tatsch. Ich ent­deckte den Lag­rein, auch der Grau­bur­gun­der war nicht von schlech­ten Eltern. Am letz­ten Tag wur­den wir schwach, nach einer letz­ten Gip­fel­be­stei­gung lan­de­ten wir in einem wun­der­ba­ren Restau­rant bei Villa del Monte, gerade als es anfing zu reg­nen. Wir bestell­ten ein Taxi und erspar­ten uns den glit­schi­gen Abstieg nach Riva am Nord­ufer des Gardasees.

Und so stand ich dann irgend­wann drin in die­sem See, an einem trü­ben Sams­tag Nachmittag.

Stadt Brandenburg

Ein schö­nes Wochen­ende ver­brachte ich in und um Bran­den­burg. Mit ca. 70’000 Ein­woh­nern ist es eine kleine Stadt, vor allem neben dem rie­si­gen Nach­barn Ber­lin. Aber es lässt sich auch dort leben, die Bun­des­gar­ten­schau ist zu Besuch in die­sem Jahr und die vie­len Flüsse und Seen laden zum Ver­wei­len und Baden ein. Der Anlass war ein Fami­li­en­tref­fen im engen Kreis.